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Sieht man Laokoon seufzen, kann die Einbildungskraft ihn schreien hören. Würde man ihn schreien sehen, bliebe der Einbildungskraft keine Steigerung mehr möglich. In welchem Zusammenhang der Dichter Lessing dies von der antiken griechischen Laokoon-Skulptur sagte und wer dieser Laokoon war und warum er so seufzen musste – das lasse ich hier beiseite. Interessieren soll hier nur dies: das bloss Angedeutete lässt der Phantasie mehr Spielraum und mehr Spannung als das vollendet Gezeigte. Was für Andeutungen gilt, das gilt auch für Fragmente: sie regen unsere Vorstellungskraft unendlich stärker an als perfekte Werke. Diese kleine Tonscherbe, zum Beispiel, die das Schicksal mir aus griechischer Antike in die Hände gespielt hat: sie erzählt ihre Geschichte, doch erzählt sie nur ihren Beginn. Mit unserer eigenen Phantasie müssen wir sie weiter führen. Fragmente sind nicht Bruchstücke – sie sind Baustein für unsere Vorstellungskraft. Und immer sind sie auch ein Sinnbild für unsere Welt und unser Leben: beides auch nur Fragmente… mit der Aufforderung an unsere Phantasie, mit ihnen unsere eigene Geschichte zu erfinden.






Fragment versus Vollkommenheit.


Schwarzfigurige Keramik
Die schwarzfigurige Vasenmalerei (auch schwarzfiguriger Stil oder schwarzfigurige Keramik) zählt zu den Haupttechniken und -stilen der antiken griechischen Vasenmalerei. Besonders verbreitet war sie zwischen dem siebenten und fünften Jahrhundert v. Chr., wobei letzte Ausläufer bis in das zweite Jahrhundert v. Chr. datieren. Sie unterscheidet sich stilistisch von der ihr vorausgehenden orientalisierenden Periode und dem nachfolgenden rotfigurigen Stil.

Die Figuren und Ornamente wurden gestalterisch und farblich in an Silhouetten erinnernder Form auf die Vasenkörper gemalt. Die feinen Konturen wurden vor dem Brand in diese Malereien eingeritzt. Einzelheiten konnten mit Deckfarben, meist Weiß und Rot, unterstützt und hervorgehoben werden. Hauptzentren des Stils waren zunächst das Handelszentrum Korinth und später Athen. Weitere bedeutende Produktionsstätten sind aus Lakonien, Böotien, Ostgriechenland und Italien bekannt. Vor allem in Italien bildeten sich Spezialstile heraus, die zumindest teilweise für den etruskischen Markt bestimmt waren. Die Etrusker fanden großen Gefallen an den griechischen schwarzfigurigen Vasen, wie an den zahlreichen Importen zu sehen ist. Griechische Künstler schufen Spezialanfertigungen für den etruskischen Markt, die sich in Form und Dekor von den üblichen Produkten unterscheiden. Auch entwickelten die Etrusker eine eigene schwarzfigurig arbeitende Keramikindustrie, die sich an den griechischen Werken orientierte.

Die schwarzfigurige Vasenmalerei war der erste Kunststil, der im größeren Umfang Künstlerpersönlichkeiten hervorbrachte. Manche sind unter ihrem echten Namen bekannt, andere werden in der Forschung unter Behelfsnamen (Notnamen) geführt. Vor allem Attika beheimatete zahlreiche namhafte Künstler. Einige Töpfer führten diverse Neuerungen ein, die nicht selten die Arbeiten der Maler beeinflussten oder von diesen selbst beeinflusst worden waren. Wie die rotfigurigen Vasen sind auch diejenigen des schwarzfigurigen Stils eine der bedeutendsten Quellen für die Mythologie und Ikonographie sowie teilweise für die Erforschung des Alltagslebens der griechischen Antike. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert werden die Vasen intensiv erforscht. (Wikipedia)