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Luise Rinser (* 30. April 1911 in Landsberg-Pitzling, Oberbayern; † 17. März 2002 in Unterhaching bei München), deutsche Schriftstellerin.
Luise Rinser wurde am 30. April 1911 in Landsberg am Lech im Stadtteil Pitzling geboren.[1] Ihr Geburtshaus existiert noch, ist aber dem Verfall preisgegeben. Sie wurde in einem Lehrerinnenseminar in München zur Volksschullehrerin ausgebildet. Das Examen legte sie als eine der Besten ab. Nach dem Examen arbeitete sie ab 1935 als Aushilfslehrerin an verschiedenen oberbayerischen Schulen. Sie lernte den Reformpädagogen Franz Seitz kennen, der sie nicht nur in pädagogischen Fragen, sondern auch auf ihrem Weg in die Schriftstellerei stark beeinflusste. Davon zeugt ein umfangreicher, bisher unveröffentlichter Briefwechsel.[2] In dieser Zeit veröffentlichte sie ihre ersten kleinen Erzählungen in der Zeitschrift Herdfeuer.[3] Sie verweigerte den Eintritt in die NSDAP, gehörte aber seit 1936 der NS-Frauenschaft[4] und bis 1939 dem NS-Lehrerbund an.[4] 1939 kam sie der Entlassung aus dem Schuldienst durch eigene Kündigung und Heirat zuvor. 1944 wurde sie wegen „Wehrkraftzersetzung“ denunziert und verhaftet, die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof, die sicher mit dem Todesurteil geendet hätte, wurde durch das Kriegsende verhindert. Ihre Erlebnisse im Frauengefängnis Traunstein schildert sie in ihrem Gefängnistagebuch von 1946. Ihr bekannt gewordenes Lobgedicht auf Adolf Hitler relativiert jedoch das von ihr selbst gezeichnete Bild einer Nazigegnerin.[5] Ihr erster Mann und Vater ihrer beiden Söhne Christoph und Stephan war der Komponist und Kapellmeister Horst Günther Schnell, der 1943 im Russland-Feldzug fiel. Danach heiratete sie den kommunistischen Schriftsteller Klaus Herrmann. Diese Ehe wurde 1952 annulliert. 1945 bis 1953 war sie freie Mitarbeiterin bei der Neuen Zeitung in München, wo sie 1948 eine Wohnung bekam. 1954 heiratete sie den Komponisten Carl Orff. Diese Ehe wurde 1960 geschieden. Enge Freundschaften verbanden sie mit dem koreanischen Komponisten Isang Yun, mit dem Abt eines Klosters sowie mit dem Theologen Karl Rahner. In ihren letzten Lebensjahren war für Luise Rinser die Freundschaft mit dem Philosophen und Dichter José Sánchez de Murillo von großer Bedeutung. Rinser lebte seit 1959 in Rom und seit 1965 in Rocca di Papa bei Rom, wo sie 1986 auch zur Ehrenbürgerin ernannt wurde; daneben behielt sie bis zu ihrem Lebensende ihre Wohnung in München, wo sie sich oft aufhielt. Rinser mischte sich aktiv in die politische und gesellschaftliche Diskussion in Deutschland ein, unterstützte Willy Brandt 1971/72 in seinem Wahlkampf, demonstrierte mit den Schriftstellern Heinrich Böll und Günter Grass und vielen anderen gegen die „Nachrüstung“ der Bundesrepublik Deutschland mit Pershing-Raketen und wurde zu einer scharfen Kritikerin der katholischen Kirche, die sie jedoch nicht verließ. Am Zweiten Vatikanischen Konzil nahm sie als akkreditierte Journalistin teil. Sie kritisierte in einem offenen Brief das Urteil wegen der Kaufhaus-Brandstiftungen am 2. April 1968 gegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und andere und schrieb an den Vater Ensslins: „Gudrun hat in mir eine Freundin fürs Leben gefunden“.[6] In den Jahren ab 1972 bereiste sie die Sowjetunion, die USA, Spanien, Indien, Indonesien, Südkorea, mehrere Male Nordkorea, den Iran – dessen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini sie als „leuchtendes Vorbild für die Länder der Dritten Welt“ pries[7] –, Japan, Kolumbien und viele andere Länder. Zudem war Luise Rinser eine ausgesprochene Bewunderin des nordkoreanischen Diktators Kim Il-sung.[8]. Sie engagierte sich für die Abschaffung des Abtreibungsparagraphen § 218 in der damaligen Form. Sie war eine führende Stimme des so genannten Linkskatholizismus in der Bundesrepublik Deutschland. 1984 wurde sie von den Grünen als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen, unterlag aber Richard von Weizsäcker klar (siehe Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1984).

(biographische Quelle: Wikipedia)



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Erstveröffentlichung eines Briefes von Luise Rinser



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