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Und das sagt Wikipedia zur Quadriga:

Eine Quadriga (deutsch: Viergespann) ist nach antikem Vorbild ein zweirädriger Streitwagen, der von vier nebeneinander gehenden Zugtieren, meist Pferden, gezogen wird.

Eine Quadriga kommt schon im babylonischen „Schöpfungsmythos“ Enûma elîsch (IV. Tafel, Zeilen 50–58) als Kriegswagen des Marduk vor (ca. 600 v. Chr.). Die Quadriga wurde vor allem im alten Rom bei Wagenrennen und in Triumphzügen eingesetzt und häufig in Bildern und Statuen abgebildet.

Die Wagen haben gewöhnlich zwei Deichseln, zwischen die die Pferde gespannt werden, und einen langen Querbaum oder ein Joch, das sich über den Rücken der vier Tiere erstreckt. Doch gibt man diese Form auch auf und schirrt nur die beiden mittleren Pferde an die Deichsel und hält diese durch ein Joch (= biga) zusammen, während die beiden Seitenpferde nur mit den Zugsträngen (= funalis) angespannt werden. Als Fahrerin ist in der Kunst oft eine Siegesgöttin (Viktoria) dargestellt. Man findet aber auch Apollon als Fahrer in der antiken Kunst vor. Der Wagenlenker von Delphi kann hierbei genannt werden, obwohl nur die Zügelenden an einer Hand darauf hinweisen, dass die verschollenen Teile ein solches Viergespann gewesen sind.

Die einzige erhaltene Quadriga des Altertums befindet sich am Markusdom in Venedig. Allgemein bekannt ist die von Johann Gottfried Schadow geschaffene Statuengruppe der Quadriga auf dem von Carl Gotthard Langhans im frühklassizistischen Stil errichteten Brandenburger Tor in Berlin. Auch die Semperoper in Dresden ziert eine von Johannes Schilling geschaffene Quadriga, die allerdings von Panthern gezogen wird. Ebenso das Vestibül der „Alten Oper“ in Frankfurt ziert eine Pantherquadriga (1902). Sie stammt vom Bildhauer Franz Krüger.

Ernst Rietschels Braunschweiger Quadriga mit Brunonia auf dem Braunschweiger Schloss, ausgeführt von Georg Howaldt, wurde 1863 aufgestellt und bereits 1865 durch einen Brand und dann nach dem Zweiten Weltkrieg abermals zerstört. Seit dem 23. Oktober 2008 steht die Quadriga wieder auf dem Mittelbau des Braunschweiger Schlosses und ist, wie bereits ihre Vorgängerinnen, wieder die größte Quadriga Deutschlands bzw. Europas.

Weitere bekannte Quadriga-Standbilder sind auf dem Wellington Arch in London, dem Arc de Triomphe du Carrousel in Paris, dem Soldiers' and Sailors' Memorial Arch am Grand Army Plaza in New York City sowie auf dem Münchener Siegestor (Bavaria lenkt ein Löwengespann).




Die Quadriga, die aus dem Regen kam


In Tunesien war's, oder in Libyen. Oder in Algerien? Es liegt schon so weit zurück, dass ich mich nicht mehr erinnere! Vielleicht war's in Tipasa, denn es hatte seit Tagen geregnet. Genau wie in Tipasa, zwei Autostunden von Algier entfernt, von dem Camus schrieb: "Seit fünf Tagen regnete es unaufhörlich, sogar das Meer wurde nass." Seit Tagen keine Spur mehr von nordafrikanischer Sonne. Mit kraftvollem Getöse drängte sich der Sturmwind vom Atlantik zwischen den Herkulessäulen hindurch ins mediterrane Becken und füllte die Luft mit dem kraftvollen Schnauben der unbändigen Rosse einer vorbeistürmenden Quadriga. War es diese Metapher, die mich eine kleine Tonscherbe auf dem Boden wahrnehmen liess oder war es die Tonscherbe, die - wenn auch nur Bruchteile von Sekunden - schon vorher in mein Bewusstsein getreten war? Der Regen hatte den sandigen Boden durchgespült und die Sedimente alter Kulturen ans trübe Licht gebracht: eine Quadriga auf einer altrömischen Tonscherbe, so bruchstückhaft, dass von den vier Rossen sich nur noch zwei Köpfe zeigen. Doch immerhin sieben Vorderbeine sind zu sehen, das achte lässt sich erahnen…