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Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg

(* 5. März 1871 als Rozalia Luksenburg in Zamość im damaligen Russisch-Polen; † 15. Januar 1919 in Berlin) war eine einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und „proletarischen Internationalismus“.

Seit 1887 wirkte sie in der polnischen, seit 1898 auch in der deutschen Sozialdemokratie. Dort bekämpfte sie von Beginn an Nationalismus, Opportunismus und Revisionismus, unter anderem in der Leipziger Volkszeitung. Sie trat für Massenstreiks als Mittel sozialpolitischer Veränderungen und zur Kriegsverhinderung ein. Sofort nach Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 gründete sie die „Gruppe Internationale“, aus der der Spartakusbund hervorging. Diesen leitete sie als politische Gefangene zusammen mit Karl Liebknecht durch politische Schriften, in denen sie die Burgfriedenspolitik der SPD analysierte und verurteilte. Sie bejahte Lenins Oktoberrevolution, kritisierte aber zugleich die Parteidiktatur der Bolschewiki. In der Novemberrevolution versuchte sie als Chefredakteurin der Zeitung Die Rote Fahne in Berlin auf das Zeitgeschehen Einfluss zu nehmen. Als Autorin des Spartakusbund-Programms forderte sie am 14. Dezember 1918 eine Räterepublik und Entmachtung des Militärs. Anfang 1919 gründete sie die Kommunistische Partei Deutschlands mit, die ihr Programm annahm, aber die von ihr geforderte Teilnahme an den bevorstehenden Parlamentswahlen ablehnte. Nachdem der folgende Spartakusaufstand niedergeschlagen worden war, wurde sie zusammen mit Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet.
(Text: Wikipedia)


Handschrift von Rosa Luxemburg



Quellenhinweis:
Brief-Zitat und Handschrift: gutenberg.spiegel.de.
Portrait Rosa Luxemburg: DDR-Briefmarke
Orchideen und Löwenzahn: Fotos Meier-Classen


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"Viel mehr Freude habe ich z.B. an dem einfachen Löwenzahn..."



Aus einem Brief von Rosa Luxemburg, geschrieben im Gefängnis und gerichtet an Sophie Liebknecht, die Gattin von Karl Liebknecht. Der Brief zeigt viel von Rosa Luxemburgs Persönlichkeit, die bei allem politischen, kämpferischen Engagement überaus feinfühlend und naturverbunden war. Auch ihre Handschrift bestätigt ihr offenes, für äussere Eindrücke sehr empfängliches und beeindruckbares Naturell.

"... die Orchideen überhaupt kenne ich gut; in dem wundervollen Gewächshaus in Frankfurt a. M., wo eine ganze Abteilung mit ihnen angefüllt ist, habe ich sie damals nach meinem Prozeß, wo ich das Jahr gekriegt habe, mehrere Tage fleißig studiert. Ich finde, sie haben in ihrer leichten Grazie und den phantastischen, unnatürlichen Formen etwas so Raffiniertes, Dekadentes. Sie wirken auf mich wie die zierlichen gepuderten Marquisen des Rokoko. Ich bewundere sie mit einem inneren Widerstreben und einer gewissen Unruhe, wie meiner Natur überhaupt alles Dekadente und Perverse zuwider ist. Viel mehr Freude habe ich z. B. an dem einfachen Löwenzahn, der so viel Sonne in seiner Farbe hat und so ganz wie ich dem Sonnenschein sich voll und dankbar öffnet, beim geringsten Schatten aber wieder scheu verschließt."