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Hussmann Heinrich
Heinrich August Hußmann, auch Hussmann (* 15. Juli 1899 in Staßfurt; † 3. Juli 1982 in Köln), deutscher Kunstprofessor, Heraldiker, Typograf und Grafiker.

Hußmann machte von 1915 bis 1919 eine Lehre als Zeichner in einer Glasmalerwerkstatt. Von 1919 bis 1924 studierte er Malerei an der Staatlichen Akademie für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig. Von 1924 bis 1925 war er künstlerischer Leiter der Großbuchbinderei E. A. Enders in Leipzig, von 1925 bis 1927 künstlerischer Leiter in der Entwurfsabteilung der Böhmischen Glasindustrie Karlsbad. Anschließend arbeitete er als freiberuflicher Maler, (Buch-)Grafiker und Bühnenbildner und Kostümentwerfer und Schüler von Fernand Léger in Paris.

Er wurde 1928 von Richard Riemerschmid als Professor für Angewandte Grafik an die Kölner Werkschulen berufen und blieb dort bis zu seiner Pensionierung 1965. Zu seinen Schülern gehörte unter anderem Eduard Prüssen.

In der Zeit von 1933 bis 1945 wurde er zum gefragten Wappenkundler und Buchgestalter. Seine sehr disziplinierte Lehrpraxis fasste er in den Büchern „Aufzeichnungen aus meinen Vorlesungen“, „Über das Buch“ (1971) und „Über die Schrift“ (1977) zusammen.

Diese Bücher vermitteln einen ungefähren Eindruck vom künstlerischen Stil des Grafikers Hußmann, der weit über tausend Entwürfe für Buchumschläge und -einbände erstellte.

(Biographische Notiz: Wikipedia)

Ossip Kalenter
Ossip Kalenter (eigentlich Johannes Burckhardt; * 15. November 1900 in Dresden; † 14. Januar 1976 in Zürich), deutscher Schriftsteller.

1920 veröffentlichte er seine ersten Gedichte und nahm den Künstlernamen Ossip Kalenter an, unter dem er ab dieser Zeit publizierte. Bald darauf verließ er seine Heimatstadt und lebte an wechselnden Orten. Von 1924 bis 1934 arbeitete er als freier Journalist in Italien, von 1934 bis 1939 lebte er, als überzeugter Antifaschischt, in Prag als Redakteur des Prager Tagblatts. Er wurde tschechischer Staatsbürger. Nach der Besetzung Prags durch die Deutschen floh er in die Schweiz und lebte bis zu seinem Tod in Zürich. Von 1957 bis 1967 war er Vorsitzender des P.E.N.-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland.

(Biographische Notiz: Wikipedia)

 



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"Die Silberseen schimmern wegentlang":
Heinrich Hussmanns Radierungen zu
herbstlichen Stanzen.

Ossip Kalenter schrieb die Gedichte im August 1920. Heinrich Hussmann gestaltete die Radierungen dazu - detailreich bis tief in den Hintergrund. Wie Vexierbilder das Auge unverhofft mit neuen Eindrücken überraschen, öffnen seine Radierungen beim Betrachten Detail um Detail. Ossip Kalenters Texte helfen dem Betrachter, der Betrachterin, diesem verborgenen Leben auf die Spur zu kommen.
(Gedichte und Illustrationen wurden gesetzt und gedruckt im Dezember 1923 von Peter Gerhard Herms als Privatdruck unter dem Titel "Herbstliche Stanzen" in der Offizin Poeschel und Trepte in Leipzig, in einer nummerierten Auflage von hundertundfünfzig Exemplaren.)

Heinrich Hussmann Grafik

Ein Herr spricht ernst mit einem schönen Knaben.
Auf Monti liegt schon etwas dünner Schnee.
Ein Bankdirektor lässt sich schon begraben.
Ein blasses Mädchen promeniert am See.
Es ist sehr kühl. Die einen Mantel haben,
Sitzen schweigsam im Garten vorm Café.
Aus den Platanen wehen hin und wieder
Verwelkte Blätter auf die Wege nieder.


Hussmann Heinrich Radierung

Im Schilfrohr klagt der Wind. Die Rehe zittern.
Von braunen Hängen schwebt der Hörner Klang.
Das schlanke Jagdschloss liegt in goldnen Gittern.
Die Silberseen schimmern wegentlang.
Da wandeln Damen, wissen nicht von bittern
Stunden der Nacht, die sind wie Jahre lang,
Sehen nicht Welle, die sich tödlich kräuselt,
Hören nicht Klage, die im Winde säuselt.