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Jacques Chessex
Jacques Chessex

Jacques Chessex (* 1. März 1934 in Payerne; † 9. Oktober 2009 in Yverdon-les-Bains), einer der bedeutendsten französischsprachigen Schriftsteller aus der Schweiz.

Sein Vater Pierre Chessex war Direktor eines Progymnasiums. Jacques Chessex besuchte Schulen in Payerne, Lausanne und Fribourg, studierte Geisteswissenschaften in Lausanne und war dann als Französischlehrer am dortigen Gymnase de la Cité tätig. Für den Roman L’Ogre, dessen Titel sich auf den Kindlifresserbrunnen in Bern bezieht, erhielt er 1973 als erster Nichtfranzose (und bisher einziger Schweizer)[1] den Prix Goncourt. Sein Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.
Chessex starb während einer Diskussionsveranstaltung über eines seiner Werke.[2]
Grosses Aufsehen, insbesondere in der Schweiz, erregte das letzte Werk von Chessex, der 2009 erschienene Roman „Un juif pour l'exemple“. Jacques Chessex erzählt in diesem Roman die historisch verbürgte Geschichte von Arthur Bloch, einem jüdischen Viehhändler aus Bern, der am 16. April 1942 in Payerne von Frontisten ermordet wurde.

(biographische Quelle: Wikipedia)


- Jacques Chessex

 




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Autograph Jacques Chessex
Autograph von Jacques Chessex, 9. Sept. 1979


Payerne Payerne, wo Chessex aufgewachsen war, liegt einige Kilometer westlich der Stadt Freiburg. Der frühere deutsche Name Peterlingen für das Städtchen wird heute nur noch selten, insbesondere mit Bezug zur Abtei gebraucht.
Payerne besitzt eine sehenswerte historische Altstadt mit einem malerischen mittelalterlichen Stadtbild. Der Stadtgrundriss zeigt nahezu ein Quadrat mit einer Seitenlänge von rund 300 m. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung stehen heute noch vier Türme aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Es sind zahlreiche Bürger- und Patrizierhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten.
Das Zentrum der Altstadt bildet die ehemalige Abteikirche Notre-Dame aus dem 11. Jahrhundert. Östlich der Abteikirche steht die reformierte Pfarrkirche, die im 13. und 14. Jahrhundert vermutlich über den Fundamenten der Kapelle des Bischofs Marius errichtet wurde. Der dreischiffige gotische Bau wurde im 16. Jahrhundert umgestaltet und beherbergt seit 1818 das Grabmal der burgundischen Königin Berta von Alamannien (* um 907, † nach 966).
Ebenfalls im Zentrum der Altstadt, neben der reformierten Pfarrkirche, befindet sich das spätgotische Gerichtsgebäude, das 1571–72 erbaut wurde und im Gerichtssaal Renaissancemalereien zu verschiedenen Gerichtsthemen aufweist. Bemerkenswert sind ferner zwei Brunnen, der Bannerträgerbrunnen und der Brunnen der Serruriers, beide mit Figuren aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Am 16. April 1942 wurde in Payern der jüdischen Viehhändler Arthur Bloch ermordet: Fünf einheimische Verehrer Hitlers und des Nazi-Reiches locken, angestiftet vom Waadtländer Nazi und Judenhasser Philippe Lugrin, einem ehemaligen Pfarrer, den 60-jährigen Viehhändler aus Bern in einen Hinterhalt, bringen ihn um und zerstückeln seine Leiche; die Leichenteile verstauten die Täter in Milchkannen, die sie darauf im Neuenburgersee versenkten. Das Schicksal von Arthur Bloch wurde von dem aus Payerne stammenden Schriftsteller Jacques Chessex im Buch «Un Juif pour l’exemple» aufgearbeitet, das 2009 erschien. Chessex war zum Zeitpunkt des Mordes acht Jahre alt und kannte sowohl das Opfer als auch die Täter. Er hatte das Ereignis bereits 1967 im Erzählband «Reste avec nous» unter dem Titel «Un crime en 1942» thematisiert.