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Kirchberg in Sachsen


alte Ansichten von Kirchberg Sachsen
Kirchberg in Sachsen



Die Kirche von Kirchberg. Aquarell von Ewald Zschille, 1952.

Kirchberg in Sachsen ist der Heimatort unserer Familie Weller. Der Familiensitz war die "Wellerliebshöhe" im zu Kirchberg gehörenden Saupersdorf. Das Haus wurde nach dem zweiten Weltkrieg von der russischen Besatzung beschlagnahmt.
Wellerliebshöhe in Saupersdorf
Die Wellerliebshöhe in Saupersdorf, der Wohnsitz der Familie Weller.


Saupersdorf bei Kirchberg in Sachsen

Saupersdorf
Saupersdorf in Sachsen

Saupersdorf liegt im Tal des Rödelbachs zwischen Kirchberg und Hartmannsdorf bei Kirchberg am Hang des Hohen Forstes (Hartmannsdorfer Forst).

Das Waldhufendorf Saupersdorf wurde im 13. Jh. von den Vögten zu Plauen gegründet und um 1453/56 das erste Mal urkundlich erwähnt. (Ein Waldhufendorf ist eine ländliche Siedlungsform, die typischerweise in Rodungsgebieten auftritt und die sich durch einen regelmäßigen Grundriss auszeichnet. Es handelt sich um ein Reihendorf, bei dem meist doppelzeilig der Landbesitz jeweils als breiter Streifen an die Hoflage anschließt.)

Saupersdorf gehörte bis 1843 anteilig zu den Ämtern Zwickau (Exklave) und Wiesenburg und danach zum Amt Kirchberg. 1856 kam Saupersdorf zum Gerichtsamt Kirchberg und 1875 zur Amtshauptmannschaft Zwickau, dessen Nachfolger der Landkreis Zwickau ist. In Saupersdorf siedelten sich im 19. Jh. verschiedene Zweige der Textilindustrie an. Ein anderer Gewerbezweig entwickelte sich durch die Pflastersteinbrüche im Ort. Am 1. Januar 1997 wurde Saupersdorf nach Kirchberg eingemeindet.

Seit 1882 hatte der Saupersdorf Anschluss an die Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau–Carlsfeld in Richtung Kirchberg und Wilkau-Haßlau und ein Jahr später auch in Richtung Rothenkirchen. Im Ort gab es zwei Bahnhöfe mit den Namen Saupersdorf unt. Bhf. (ehem. Steinladestelle Saupersdorf) und Saupersdorf ob. Bhf. (ehem. Hp. Saupersdorf). Die erste Streckenstillegung erfolgte 1967 auf dem Abschnitt Kirchberg-Saupersdorf aufgrund des schlechten Gleiszustandes. In Richtung Rothenkirchen fuhr der letzte Personenzug im Frühjahr 1970. (Quelle zu diesen Informationen: Wikipedia)


Daten zu Saupersdorf. Quelle: Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.


Robert Seidel - von Kirchberg nach Zürich
In Kirchberg wurde 1850 der in der Schweiz bestens bekannte Pädagoge und Publizist Robert Seidel geboren. Robert Seidel hatte das Tuchmacherhandwerk gelernt, schulte sich zum Lehrer um und emigrierte 1870 in die Schweiz. Er arbeitete hier als Tuchmachergeselle, Primar- und Sekundarlehrer und schliesslich Hochschullehrer für Pädagogik. Er engagierte sich politisch für die Sozialdemokratische Partei der Schweiz und war Mitbegründer der Zeitung "Volksrecht". Er war Stadtradt von Zürich, Kantonsrat und von 1911-17 Nationalrat. Robert Seidel stand in engem Briefkontakt mit Rosa Luxemburg, der einflussreichen Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus und Antimilitarismus. Sie wurde 1919 in Berlin ermordet. Meine Urgrosseltern Eduard Gustav und Lina Weller-Völkl und auch mein Onkel Ewald Zschille-Welleraus Grossenhain (der Gatte von Martha Zschille-Weller) waren befreundet mit Robert Seidel. Ewald Zschille half in Zürich bei der Erstellung des Robert-Seidel-Archivs mit. Ich erinnere mich, dass mich mein Onkel Ewald Zschille im Bellevuehaus in Zürich als Schulknabe damit beauftragt hatte, Karteikarten für das Robert-Seidel-Archv sorgfältig mit Tusche und Breitfeder zu beschriften. Ich hatte für diese Arbeit sogar ein Taschengeld erhalten.
Robert Seidel, portraitiert von Ewald ZschilleRobert Seidel starb 1933 in Zürich. Ewald Zschille hat ihn 1966 nach einem Jugend-Foto von 1878 portraitiert (Bild links).

Postkarte von Gustav Weller an Robert Seidel

oben und unten: Postkarte von Gustav Weller an Robert Seidel.

Bild auf Postkarte: der Pohlteich in Kirchberg SA

 

 

Saupersdorf d. 22 11 11
Mein lieber Robert!
In der Hoffnung, das du wieder wohl und munter bist, bringe ich dir hiermit zu deinem morgenden Geburtstage, die herzlichsten Glück-Segenswünsche entgegen. Unter herzlichen Grüssen, an dich selbst lieben Frau, und Kindern verbleibet in alter Treue
dein
Gustav Weller u. Frau

Pohlteich bei Kirchberg


Kirchberg auf der Europa-Karte


oben links Kirchberg, unten rechts Saupersdorf, der Wohnort der Familie Gustav Weller



Kunsthandwerk Erzgebirge
Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge, das sich südlich von Kirchberg erstreckt
und die Grenze zu Tschechien bildet.




Karte der Seidengarnspinnerei Weller in Saupersdorf. Wie weit der Unternehmer F.H. Weller mit der Familie meines Urgrossvaters Eduard Gustav Weller in Saupersdorf verwandt war, ist mir nicht bekannt.